Consulting

Österreichisches Know-how im Entwicklungsbusiness 2019

In Kooperation mit internationalen Entwicklungsfinanzierern werden österreichische Unternehmen weltweit tätig. Hier ein Rückblick auf einige erfolgreiche Kooperationen mit Weltbank und Co im Jahr 2019.

Mit der Oesterreichischen Kontrollbank im Gesundheitssektor Asiens

LAOS Unterstützt durch einen Soft Loan der Oesterreichischen Kontrollbank übertrug das laotische Gesundheitsministerium der SFC Umwelttechnik die Aufgabe, die Wasserver- und -entsorgung des Mittaphab Spitals in der Hauptstadt Vientiane zu verbessern. Im Kern planten und errichteten die Salzburger eine schlüsselfertige Trinkwasseraufbereitungsanlage mit zwei neuen Tiefbrunnen und einem 150 m-Speicher sowie eine Abwasseraufbereitungsanlage auf Basis des von ihnen entwickelten Ultrafiltrationsverfahrens. Mittlerweile ist im Spital ausreichend Trinkwasser verfügbar und die Seuchengefahr gemindert. Es wurde auf 500 Betten erweitert.

SRI LANKA Die Regierung Sri Lankas hat die Notfallinfrastruktur des Landes seit dem Tsunami im Jahr 2004 mit ausländischer Hilfe nach und nach verbessert. Der Wunsch, ein modernes Notarzt- und Ambulanzwesen aufzubauen, führte 2018 zu einer Großbestellung beim Spezialfahrzeughersteller Dlouhy in Tulln auf Basis eines österreichischen Soft Loans. Dlouhy lieferte insgesamt 100 Ambulanzfahrzeuge mit umfassender medizinischer Ausstattung. Im Sommer 2019 erfolgte die Übergabe der letzten Wagen im Beisein des Gesundheitsministers an ein Krankenhaus in Colombo im Rahmen einer feierlichen Zeremonie (siehe Bild unten).

corporAID Magazin Dezember/Jänner 2019

Wasserprojekte der deutschen KfW Entwicklungsbank am Balkan

NORDMAZEDONIEN Das südliche Vardartal eignet sich gut für eine ertragreiche Landwirtschaft, sofern die Wasserressourcen effizient genutzt werden. Die KfW Entwicklungsbank hat sich mit 15 Mio. Euro an entsprechenden Maßnahmen im Gesamtumfang von 24 Mio. Euro beteiligt. Im Zentrum stehen die Rehabilitierung und Erweiterung von Bewässerungsinfrastruktur mit Hauptleitung, Verteilernetz und Pumpstation vor der Kleinstadt Valandovo. Ein Bauauftrag über 14,6 Mio. Euro wurde Anfang 2019 an die Strabag vergeben. Diese will ihren Part Mitte 2021 abschließen. Nutzergemeinschaften sowie ein Betriebs- und Wartungskonzept bestehen bereits. 

SERBIEN In Subotica, knapp vor der Grenze zu Ungarn, könnten die miteinander verbundenen Palic- und Ludas-Seen ein hochwertiges Erholungsgebiet abgeben. Doch noch ist die Wasserqualität vor allem durch Abwassereinleitungen gemindert. Mit einem KfW-Zuschuss von 6,5 Mio. Euro wurde nun ein Biodiversitäts- und Seenreinhaltungsprojekt gestartet, das Posch und Partner als Implementierungsberater umsetzt. Investiert wird in Kläranlage und Kanalisation, dazu wird ein Grüngürtel um die Seen errichtet und der Fischbestand reguliert. Die Stadt und ihre städtischen Betriebe erhalten Beratung zu Wasserschutz, nachhaltiger Finanzierung und PR. 

corporaid Magazin September/Oktober 2019

Schlüsselakteure beim Upgraden von Nachbarländern mit EBRD-Geldern

NORDMAZEDONIEN Das Balkanland ist in das paneuropäische Verkehrsnetz integriert, zog bisher aber kaum Profit daraus. Dies soll sich mit einem elektronischen Mautsystem, das die EBRD mit 32 Mio. Euro finanziert, ändern. Dabei sollen die Mautstationen am Nord-Süd-Korridor X bereits bis 2020 online gehen, für den Ost-West-Korridor VIII laufen gerade die Ausschreibungen. Die Berater von iC Consulenten aus Wien unterstützen die Straßenbaugesellschaft des Landes bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen, der Überwachung der Bauarbeiten und beraten sie in technischen und juristischen Fragen bis zur Inbetriebnahme. 

UKRAINE Die Ukraine hat 2016 eine neue Bauordnung entsprechend der EU-Gebäuderichtlinie in Kraft gesetzt. Um die Umstellung zu unterstützen, hat die e7 Energie Markt Analyse GmBH in Wien im Auftrag der EBRD mit Konsortialpartnern eine webbasierte Software zur Berechnung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden entwickelt. Die Software, die für alle Marktakteure – Designer, Architekten, Energieauditoren – frei zugänglich sein wird, ermöglicht die Erstellung von einfach überprüfbaren Energieausweisen entsprechend den neuen Normen. Das Projekt hat bereits zu Folgeaufträgen aus Osteuropa geführt. 

corporAID Magazin Juli/August 2019

Eingebunden in die Nachbarschaftshilfe der EU

BOSNIEN UND HERZEGOWINA Seit 2005 nimmt das Balkanland am Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess teil, an dessen Ende der EU-Beitritt stehen soll. Dazu gehört unter anderem die Einführung eines computergestützten Zollsystems, welches die rasche, papierfreie Abwicklung des Versandverfahrens in der EU ermöglicht. Die Wiener wedoIT-solutions GMBH, Spezialist für die Entwicklung von IT-Systemen für Finanzbehörden, hat im Land erst kürzlich ein vollintegriertes elektronisches Steuersystem namens CATS implementiert. Daran schließt nun bis 2020 die Ausstattung des Zolls an. Das 1,7 Mio. Euro-Projekt wird von Europaid finanziert.

ALGERIEN Angesichts des steigenden Energiebedarfs beschloss die algerische Regierung 2013 ein ambitioniertes Programm zum Ausbau von Erneuerbarer Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz. Die installierte Leistung von Erneuerbaren soll bis 2030 auf 22.000 MW steigen. Die EU fördert die Bemühungen mit einem knapp dreijährigen 8,2 Mio. Euro-Programm, das ein internationales Konsortium umsetzt, dem die Allplan GmbH aus Wien zugehört. Aufgaben sind die Entwicklung von technischen und Managementkapazitäten, institutionellen, politischen und ordnungspolitischen Mechanismen und die Einbindung von Investoren. 

corporAID Magazin Mai/Juni 2019

Engineering-Aufträge der Asiatischen Entwicklungsbank

GEORGIEN Mit Hilfe der Asiatischen Entwicklungsbank verbessert Georgien die Wasser- und Abwasserkompetenz im Land. Dazu werden auch die Wasser- und Sanitärexperten der Technischen Universität in Tiflis weitergebildet. Setec Engineering aus Klagenfurt übernimmt mit der Universität für Bodenkultur in Wien diese Aufgabe. Letztere führt Laborschulungen zu Wasserqualitätsanalysen und -sicherung durch, Setec bietet praktische Trainings zu Hydrauliklösungen und Leckortungsmethoden, damit Wasserverluste reduziert und die Wasserversorgung optimiert werden kann. Der einjährige Auftrag ist mit 450.000 Euro veranschlagt. 

MONGOLEI Die Asiatische Entwicklungsbank unterstützt das Bestreben der Mongolei, Governance und Management in öffentlichen Spitälern zu verbessern. Aktuell finanziert sie die Errichtung eines Modellkrankenhauses in der Hauptstadt Ulan Bator. Die österreichische Vamed Engineering gewann den Auftrag, das Songinokhairkhan Spital mit acht Abteilungen und 200 Betten als Generalunternehmer zu planen, zu errichten sowie mit Medizintechnik auszurüsten. Es ist für die Vamed bereits der vierte Auftrag aus der Mongolei. Das Projekt ist mit 25 Mio. USD veranschlagt. Das Spital soll Ende 2019 seinen Betrieb aufnehmen. 

© corporAID Magazin März/April 2019

Mit Soft Loans der Oesterreichischen Kontrollbank nach Asien und Afrika 

LAOS Der Grazer e-Education-Spezialist bit media e-solutions hat Ende 2018 einen ersten Großauftrag in Laos abgeschlossen, der durch einen 3 Mio. Euro Soft Loan finanziert wurde. Auftraggeber war das laotische Bildungsministerium, das mit moderner IT-Infrastruktur sowie lokalisierter Software für Lernmanagement, Schulverwaltung und Content-Entwicklung die Basis für ein besseres Bildungsangebot vor allem in abgeschiedenen Regionen legen wollte. Unter anderem wurden mehrere Server im Ministerium installiert und 500 Beamte geschult, fünfzehn davon in Graz. Knapp 30 Grund- und Berufsschulen sind bereits in das System integriert. 

ÄGYPTEN Auf Basis eines rund 10 Mio. Euro Soft Loans erhielt der Technologiekonzern Frequentis 2009 den Zuschlag der ägyptischen Binnenschifffahrtsbehörde zur Errichtung eines modernen Informationssystems, um das Transportaufkommen auf dem Nil zu regeln. Politische Wechsel brachten Verzögerungen. Mit der kürzlich in der Firmenzentrale in Wien erfolgten Abnahme durch eine hochrangige Delegation aus Ägypten fand nun aber ein entscheidender Schritt nach vorne statt. Ende 2019 soll die Kommunikationszentrale in Kairo ihren Betrieb aufnehmen und mit 20 Basisstationen den 960 Kilometer langen Flussabschnitt bis Assuan überwachen. 

© corporAID Magazin Jänner/Februar 2019