Gastkommentar

Lieferketten nachhaltig gestalten – eine Chance für die Mutigen

Christoph Soukup, Studio für Material- und Kreislaufwirtschaft

Ausgabe 88 – Herbst 2020

Christoph Soukup, Studio für Material- und Kreislaufwirtschaft

Mittlerweile ist vielen klar, dass wir als Produzenten wie Konsumenten zur Ausbeutung in anderen Teilen des Globus, in Form von Sklaverei oder Kinderarbeit, beitragen. Während NGO uns auf die drängendsten Probleme aufmerksam machen, versuchen insbesondere Wirtschaftsverbände regelmäßig, ein genaueres Hinschauen zu verhindern. Dennoch scheint klar: Gesetzliche Regelungen werden früher oder später kommen. Einige Länder wie Frankreich, die Niederlande und Großbritannien haben sie bereits.

Dabei steckt in der aktuellen Entwicklung auch eine Chance für Unternehmen: Regularien waren schon immer Katalysator für Innovation und Veränderung. Wenn der Respekt von Menschenrechten in der eigenen Lieferkette ohnehin zur gesetzlichen Notwendigkeit wird, warum dann nicht gleich das Beste aus der Situation machen? Vorangehen und den Bonus eines Pioniers einheimsen, beispielsweise. Wege finden, wie das Notwendige so in das Geschäftsmodell eingebaut werden kann, dass daraus etwas Trag- und Zukunftsfähiges entsteht. Kunden und Mitarbeiter, die zunehmend kritisch auf das Handeln von Unternehmen schauen, mitnehmen und zeigen, dass man im eigenen Unternehmen mehr sieht als ein Vehikel zur Maximierung von Gewinnen.


Christoph Soukop berät und begleitet Unternehmen mit seinem Studio für Material- und Kreislaufwirtschaft.

Foto: beigestellt

 

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