Gastkommentar

Freiwillige vor? Gefahren und Potenziale des Volunteerings

04/2015 - Buchautor Daniel Rössler über falsche und richtige Ansätze des Volunteerings in der Entwicklungsarbeit.


Daniel Rössler ist Autor des neu erschienenen Buchs „Das Gegenteil von Gut … ist gut gemeint“

Helfen liegt im Trend. Immer mehr junge Menschen engagieren sich in Entwicklungsländern, und nicht wenige zahlen sogar Geld dafür. Rund um den Wunsch zu helfen hat sich ein Wirtschaftszweig herausgebildet, der diese Nachfrage erkannt und ein passendes Produkt auf den Markt gebracht hat. „Voluntourismus“ verbindet Freiwilligenarbeit mit Reisen und ist perfekt auf die Wünsche der Kunden zugeschnitten: Abenteuer, Exotik, Prestige, Sinnstiftung – und das alles auf einmal. Entwicklungshilfe und Urlaub werden kurzgeschlossen, im Kombi-Angebot kann man zuerst im Waisenhaus arbeiten und dann Badeurlaub machen. Nur: Hinter dem Feel-good-Geschäftsmodell verbergen sich oft lange Lieferketten, und einige von ihnen werden auf den Rücken von Verlierern geflochten. Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch schade. Denn was der Volunteering-Trend auch zeigt: In unserer Gesellschaft gibt es immer mehr couragierte und sozial verantwortliche junge Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen wollen und können. Dieses kollektive Engagement gilt es nun in die richtigen Bahnen zu lenken und für sinnvolle Entwicklungsarbeit zu nutzen – und dann profitieren am Ende wirklich alle davon.

© corporAID Magazin Nr. 57

 

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